Interview – In Extremo rocken mit „Sterneneisen – Tour“ Europa und Deutschland – erfolgreiche Tour führt sie auch nach Regensburg in die Donauarena

Wer kennt nicht die Mittelalter – Combo „In Extremo“, die bereits seit 17 Jahren quer durch die Lande

Wer kennt nicht die Mittelalter – Combo „In Extremo“, die bereits seit 17 Jahren quer durch die Lande zieht und mit ihren mittelalterlichen Klängen das Publikum erfreut? Bekannt wurden sie durch Klassikern wie „Vollmond“, „Küss mich“ oder „Erdbeermund“ und auch das aktuelle Album „Sterneneisen“ hat sich in den Charts schnell einen Platz ergattert. Während einer Spielpause nahm sich Drummer Florian Speckardt, besser bekannt auch als „Specki T.D.“ Zeit für ein kurzes Interview mit uns:


neuneins.de: Eure Tour läuft ja im Moment recht gut und oft spielt ihr vor ausverkauftem Haus. Was meint ihr macht euren Erfolg aus? Gab es während der Tour schon Konzerte, die euch sehr beeindruckt haben bzw. auf welche freut ihr euch noch?

Specki T.D.: Wir sind sehr zufrieden und was gibt es schöneres als mit seiner eigenen Musik Erfolg zu haben. Natürlich ist das ja der Traum von den meisten Musikern. Wir sind ja eigent-lich schon, seit das neue Album Ende Februar raus gekommen ist, unterwegs. Zum einen macht uns, denke ich, die Kontinuität aus. Wir sind keine „One – Hit- Wonder“ Band oder eine Castingshow – Band, sondern machen seit 17 Jahren zusammen Musik. Wir haben das Ganze Schritt für Schritt gemacht und uns eine Fanbasis erspielt, die nicht zu verachten ist. Diese wartet auch immer auf unsere neuen Produkte, seien es CDs oder Shirts und geben uns dadurch auch die Möglichkeit, unsere Sache so zumachen wie wir es wollen.

Was mir noch richtig im Kopf ist, war die Show in Moskau und auch St Petersburg und Madrid haben mir recht gut von den Konzerten her gefallen. Vor allem in Russland merkte ich, wie hungrig die Leute auf (deutsche) Rockmusik sind. Man merkte richtig, das die Leute in Moskau nicht so viele Konzerte haben wie z.B. in Berlin, wo fast jeden Tag mehrere Kon-zerte sind. Deswegen fand ich die Konzerte dort so besonderes.

Wir freuen uns natürlich auf jedes Konzert, obwohl es ja schon etwas komisch ist, das man mit einer solchen Musik solche Erfolge haben kann. Wir freuen uns nicht nur weil die CD auf Platz eins ist oder weil die Hallen komplett ausverkauft sind, sondern weil wir einfach spielen können. Wir sind eben eine Liveband!

neuneins.de: Seid ihr mit eurer Vorband „Reverie“ zufrieden? Die Jungs sind ja absolute Newcomer im Dark – Rock – Sektor. Und wie kam es zur Entscheidung eine zweite Vorband („Nemesea“) mit an Bord zu nehmen?

Specki T.D.: Dazu kann ich noch nichts sagen, da diese Vorbands erst zu den Deutschland Terminen dazu kommen. Wir wollen eben keine Vorband haben, wo die Leute sagen: „Ach Got,t jetzt müssen die auch noch vorher spielen!“ Wir wollen talentierten, jungen Bands eine Chance geben, die sonst nicht dazu die Möglichkeit haben. Bei „Reverie“ ist auch der Sohn von Götz Alzmann dabei. Da der Götz schon ab und an bei uns mitgespielt hat, konnten wir ihm nun etwas zurückgeben. Es ist wichtig, jungen Leuten eine Chance zu geben, denn wenn man uns damals nicht die Chance gegeben hätte, wären wir heute auch nicht da wo wir jetzt sind.

neuneins.de: Das neue Album „Sterneneisen“ wirkt trotz aller mittelalterlichen Melodien sehr rockig – pure Absicht?

Specki T. D.:Letzten Endes kann man eine CD mit einem Buch vergleichen, da ich mir genau überlegen kann welches Wort genau in meinem Buch erscheinen soll. Wenn wir ´ne CD machen sind wir quasi sieben Schriftsteller, die genau wissen was sie machen wollen. Wir wollen natürlich auch immer Vorreiter in dieser Musikrichtung bleiben und uns natürlich weiter entwickeln, weil wer auf der Stelle stehen bleibt, ist nicht mehr interessant. Es gibt viele positive Reaktionen, die meinten das es gut ist, dass das Album in die Metalrichtung geht, aber es gibt auch die anderen die meinen, das die mittelalterlichen Instrumente zu sehr unter gehen und es teilweise als „Kommerz“ abkanzeln. Natürlich wollen wir erfolgreich Musik machen, aber dafür müssen wir uns doch nicht verstecken. Viele sind einfach neidisch wenn man Erfolg hat, wie z.B. bei Unheilig, der von seinen alten Fans gehasst wird, weil er Erfolg hat.

neuneins.de: Wie hat euch der Dreh bei „Rockinvasion“ bei DMAX gefallen und wie kam es dazu?

Specki T.D.: Mit dem Kollegen Marcus Schleutermann arbeiten wir schon viele Jahre zusammen. Wir sind ja nicht das erste Mal im Fernsehen, sondern haben schon viel gemacht. Er war schon bei vielen Konzerten dabei und ist eben ein Kumpel von uns und wenn er eine neue Sendung macht ruft er uns eben an. Es hat uns klar gefallen, da es ja auch eine gute Sendung ist – zumal es kaum noch Musiksendungen gibt. Darum sind wir froh wenn solche Leute eine Sendung konsequent hochziehen, damit sie irgendwann einmal Bestand hat. Deswegen Hut ab! Früher hat man über solche Sendungen Videoclips von neuen Bands gehört und ist so Fan geworden. Das Ganze hat sich ja mehr jetzt ins Internet verlegt, was aber meiner Meinung nach nicht soviel Tiefe hat wie damals im Fernsehen, auch weil oft nicht mehr so aufwendig produziert wird. Es ist leider traurig, dass es sich so entwickelt hat.

neuneins.de: Wie kam es zu der Zusammenarbeit mit Rea Garvey und zum Duett „Liam“?

Specki T.D.: Generell kann man bei allen unseren Gästen sagen, dass es Freunde von uns sind. Es geht nicht darum, wer gerade „Hip“ ist und mit man sich brüsten muss, sondern es sind eben Freunde. Wir haben die Leute auf Konzerte, Festivals oder im Fernsehen kennen gelernt und dann trinkt man was zusammen und aus der Laune heraus kommt es dann dazu, dass man gemeinsam ein Musikprojekt macht.

neuneins.de: Wenn man mit einer 7-Mann starken Truppe durch die Lande zieht braucht man nicht nur viel Gepäck sondern sicherlich auch eine tatkräftige Crew die sich um alles kümmert, oder?

Specki T.D.: Wir sind so ca. 30 – 40 Leute bestehend aus Tontechnikern, Pyroleuten, Catering, Manager und Truckerfahrern – und natürlich gibt es auch immer die Leute vor Ort wie Securitys und Bühnenaufbauer. Wir sind natürlich froh, dass wir eine solche Crew haben die uns jeden Tag unterstützt, dass wir nur noch hoch zum Soundcheck müssen. Wir sind wie eine große Familie mit Höhen und Tiefen.

neuneins.de: Wie hält man sich trotz Tourstress bei guter Laune?

Specki T.D.: Man muss sich einfach mögen. Wenn man Lust auf Musik hat und ein kommu-nikativer und toleranter Mensch ist dann funktioniert es auch. Natürlich darf man keine Idio-ten mit an Bord haben, die nicht mannschaftsfähig sind. Aber solche Leute gibt’s bei uns nicht, deshalb ist das Patentrezept einfach das man sich mag. Natürlich hat jeder von uns seine eigenen „Rituale“. Der eine geht nachmittags Joggen, der andere sieht sich einen Film an und andere gehen in die Stadt. Es gibt an so einem Tag immer viel zu tun auch mit Interviews usw., deshalb wird einem nie langweilig.

neuneins.den Was bedeuten euch die Fans? Die deutschen sowie die ausländischen?

Specki T.D.: Wie schon erwähnt flippen die Leute teilweise auf eine andere Weise aus und fiebern mehr mit. Aber in jedem Land gibt es gut funktionierende Fanclubs und da ist es oft interessant sich mit den Clubbeauftragten zu unterhalten. Es ist interessant zu erfahren, wie man in den Ländern so steht. Zum Beispiel in Spanien ist die Rock- und Metalkultur nicht so weit wie hier zu Lande. Bei uns gibt es ja ständig neue Bands und einen angesagten Markt für harte Musik. Auch mit den ganzen Festivals ist es in Spanien nicht so. Wir wollen nach vorne breschen und mit unserer Musik die „neuen“ Länder erobern.

neuneins.de: Würdet ihr noch mal beim Bundesvision Songcontest mitmachen?

Specki T.D.: Sag niemals nie. Ich würde nicht generell sagen wir müssen wieder so einen Contest mitmachen, aber wenn man den richtigen Song hat der da reinpasst, warum nicht. Ich wäre auf jeden Fall dafür, da noch mal mit zu machen.

Noch kann man In Extremo im Dezember live in Deutschland bewundern, ehe sie im Januar quer durchs Ausland touren oder auf diversen Festivals auftreten. Wer Lust auf rockige Mittelalterklänge von sieben schneidigen Männern hat, ist bei In Extremo genau richtig!