CD Review – MAERZFELD „Tief“

Die fränkische Band Maerzfeld will es wissen – und nicht nur als Tributeband „Stahlzeit“ von Rammstein. In ihrem

Die fränkische Band Maerzfeld will es wissen – und nicht nur als Tributeband „Stahlzeit“ von Rammstein. In ihrem Debütalbum „Tief“ ist brachialer Elektrosound, geprägt von schweißtreibenden Riffs und tiefgründigen deutschen Texten, an der Tagesordnung.

Bereits beim 1. Song „Vollkommen“ starten die fünf Mannen um Sänger Heli Reißenweber voll durch und beweisen ihr musikalisches Können. Während „Still“ (2. Song) das Thema „Pädophilie“ behandelt, geht es im nachfolgenden Lied (3.Song) gleich eine Spur härter zur Sache: Denn bei der „Hübschlerin“ wird das Rotlichtmilieu durchleuchtet und das dreckige Leben eines in die Szene hineingeborene Kind beschrieben. Dagegen erscheint „Erleuchtung“ (4.Song) melancholischer und ruhiger, besingt Heli darin doch seinen eigenen Todestag.

Von Melancholie und Traurigkeit ist beim 5. Song „Ich flieg“ nichts mehr zu merken, da geht’s gleich wieder kraftvoll zur Sache und Helis raue, manchmal düster und schneidend klingende Stimme schiebt sich regelrecht ins Ohrgehäuse und setzt sich darin unbarmherzig fest. Dies setzt sich durch das ganze Album fort und bestätigt dem Album auch schon beim ersten Hördurchgang einen Ohrwurmcharakter. Im 6. Song wird das geliebte „Vaterland“ besungen und präsentiert sich in gleichmäßig, verlaufenden stampfenden Spielrhythmus.

Eine wahre Ballade ist der 7. Song mit den Titel „Lass ab“, das gleich bei den ersten Textzeilen die Hörer in ihren Bann zieht und die Band mal von einer ganz anderen Seite zeigt. Der Titelsong „Tief“ (8. Song) kommt in typischer Rammstein – Manier daher und ist, allein schon durch den Refrain, gut zum Mitsingen geeignet. Im Lied „Virus (der Gast)“  (9. Song) wird das Thema Aids behandelt und verarbeitet die eigene Erfahrungen der Band damit. 

Das tiefgründige „Exil“ (10. Song) wirkt beim ersten Hören etwas ruhiger, zeigt sich dann aber, genau wie das darauffolgende Lied „Schwarze Mann“ (11.Song), zum Ende hin temporeicher und kraftvoller. Kurzum, das Album hat alles, was die Fans von Neuer deutscher Härte erwarten und kann sich getrost neben Rammstein, Eisbrecher und Megaherz mit einreihen. Auch wenn sich Vergleiche mit den Vorzeigedeutschrockern von Rammstein nicht verleugnen lassen, macht die Band eine gute und solide Arbeit und kann musikalisch und textlich einwandfrei bestechen.

Man kann sich also auf weitere musikalische Ergüsse von den Maerzfeldern freuen. Getreu dem Bandmotto, das der März als harter Monat bei den Bauern gilt, da die Felder bestellt und das Saatgut gesät wird (eine Bedeutung des Namens Maerzfeld), wollen die Jungs auch weiterhin sich ins Zeug legen und der Welt zeigen, was in ihnen steckt. Wer die Möglichkeit hat, Maerzfeld live zu sehen, sollte sich das nicht entgehen lassen – er wird mit guten Elektrosound, tiefgründigen deutschen Texten und brachialen, schweißtreibenden Rhythmen belohnt.

 Anspieltipps:

1. „Vollkommen“
2. „Still“
4. „Erleuchtung“
7. „Lass ab“
8. „Tief“

MAERZFELD „Tief“ – Komplette Songlist
1. Vollkommen
2. Still
3. Hübschlerin
4  Erleuchtung
5. Ich flieg
6. Vaterland
7. Lass ab
8. Tief
9. Virus (der Gast)
10. Exil
11. Schwarzer Mann

 Galerie – Maerzfeld beim Showcase in Geiselwind

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